Evangelische Kirchengemeinde Roxel - Albachten - Bösensell  Sitemap | Suche | Impressum

Zusammenrücken in schwieriger Zeit

Ein Herz in Puzzleteile

 

„Ein treuer Freund ist ein starker Schutz,
wer den findet, der findet einen großen Schatz.
Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen,
und sein Wert ist nicht hoch genug zu schätzen.“ (Sirach 6, 14f.)

Mit diesen Worten preist die Bibel im Buch Jesus Sirach (das ist eine Spätschrift des Alten Testaments) den Wert der Freundschaft. Zugleich betont Sirach, dass man besonders in schwierigen Zeiten erkennt, wer ein wahrer Freund ist. 

Das haben wir in diesem Sommer mit unseren katholischen Glaubensgeschwistern der Pfarrei St. Liudger erlebt.
Schon früher war das Verhältnis zueinander gut und freundschaftlich, aber seit wir in Roxel – vorübergehend – keinen evangelischen Gottesdienstraum mehr haben, sind wir ökumenisch noch enger zusammengerückt.
Schon im Vorfeld hatte Pfarrer Dr. Timo Weissenberg uns Evangelische eingeladen: „Ihr könnt auch in unserer Pfarrkirche Gottesdienst feiern!“ Dass dann bei der Entwidmung unserer Nicolai-Kirche auch Pfarrer Norbert Schulze Raestrup als katholischer Priester offiziell dabei war und Anteil nahm, das tat uns gut. Bald darauf  begrüßte uns Pastor Cyrus van Vught mit sehr einfühlsamen Worten zum ersten evangelischen Gottesdienst in St. Pantaleon.
Die Küsterin dort, Frau Marion Ketteler, empfing uns freundlich und nahm sich viel Zeit, um uns die Abläufe in der Sakristei zu erklären. Und im katholischen Pfarrbrief schrieb Pfarrer Martin Sinnhuber uns ein herzliches Willkommen.
Für alle diese Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit danken wir von Herzen!

In schwierigen Zeiten enger zusammenrücken – vielleicht gelingt uns das ja auch innerhalb unserer eigenen Gemeinde, im Blick auf  Roxel, Albachten und Bösensell. Wenn nun (bis zur Fertigstellung des Neubaus in Roxel) die meisten evangelischen Sonntagsgottesdienste in Albachten stattfinden - können nicht jetzt verstärkt die evangelischen Christinnen und Christen aus der gesamten Gemeinde dorthin kommen? (Und, an jedem dritten und fünften Sonntag im Monat, die Albachtener und Bösenseller dann nach St. Pantaleon in Roxel?) 

Die Erwartung, dass an jedem Sonntag im eigenen Stadtteil ein Gottesdienst in der eigenen Kirche, sozusagen „um die Ecke“, stattfinden kann, ist in der heutigen Zeit ohnehin nicht realistisch.

Wir sehen derzeit mit Sorge den Rückgang des Christentums – aber durch die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst, auch im Nachbarstadtteil, können wir praktisch etwas dagegen tun. In schwierigen Zeiten sind eben Zusammenhalt, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung besonders wichtig.

Pfarrer Johannes Krause-Isermann